Ich kann ohne hochgezogene Schultern auf dem Feld stehen, die Erde riechen, Grashalme, überhaupt etwas anderes riechen als Schnee. Zwei Tage wate ich durch den Luxus, niemanden zu sehen, nicht zu sprechen, ich suppe in meine Gedanken hinein, in noch Ungeklärtes und nicht zu Ende Gefühltes. Die Tage gehen wortarm dahin, was gut ist, denn Worte werden kommen, viele, bereits ab Mittwoch und ich möchte lieber bleiben, wo ich mich nicht herausreden kann. Nachts treffe ich auf Stella. Ihre schwarzen Haare, die zwei weißen Strähnen, Männer, die mit ihr tanzen wollen. Später liegen wir am Boden, ihr Kopf auf meinem Bein, ein gemeinsamer Freund kommt dazu. Über die Decke schwappt Licht in langsamer Verwandlung, in Wellen verlaufendes Blau zu Rot. Einmal sagt der Freund etwas über seine Tochter und bekommt nasse Augen, ich lege meinen Arm um seine Schulter, um den grauen Kapuzenpullover. Eine halbe Stunde lehnen wir so aneinander, eine Trinität der Vertrautheit.

Der Januar in der Institution verläuft ereignislos, fast irritierend, ohne Meetingmarathon und deadlines. Einmal liegen meine Finger mehrere Minuten auf der Tastatur ohne Bewegung, ein andermal schaue ich dem Sonnenuntergang durchs Fenster zu. Kollegen ziehen vom dritten in den vierten Stock, ich ziehe vom rechten Flügel des Korridors in den linken, Bücher wandern über meinen Tisch, ich lese in keine hinein.